Chancen durch frühe Deutschförderung
Bereits beim Eintritt in die Schule bestehen erhebliche Unterschiede in den sprachlichen Kompetenzen der Kinder. Diese Unterschiede haben langfristige Auswirkungen auf den Schulerfolg. Die Direktion für Bildung und Kultur setzt einen Vorstoss um, der Deutschkenntnisse für den Eintritt in den Kindergarten fordert.
Worum geht es?
Die überwiesene Motion «Mit ausreichend Deutschkenntnissen in den Kindergarten» verlangt eine verbindliche Regelung zur frühen Deutschförderung. Aktuell steht eine Grundsatzdiskussion an: Zeitpunkt, Ort und Ausgestaltung der obligatorischen Förderung sind noch offen.
Warum ist das Thema wichtig?
Frühe Sprachkompetenzen sind eine zentrale Grundlage für schulisches Lernen, soziale Integration und Chancengerechtigkeit. Kinder, die den Unterricht sprachlich gut verstehen und sich ausdrücken können, haben von Beginn weg bessere Voraussetzungen – nicht nur im Fach Deutsch, sondern in allen Lernbereichen. Gleichzeitig wissen wir aus der Praxis, dass sprachliche Unterschiede beim Schuleintritt sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Umso wichtiger ist es, Lösungen zu finden, die wirksam, verhältnismässig und pädagogisch sinnvoll sind. Die anstehende, breit abzustützende Diskussion soll eine fundierte Basis schaffen, um die Motion wirksam und praxistauglich umzusetzen.
Welche Optionen werden diskutiert?
Im Fokus stehen grundsätzlich zwei Zeitpunkte: vorschulisch, im Jahr vor dem freiwilligen Kindergarten (z. B. Kitas, Spielgruppen), oder im freiwilligen Kindergartenjahr. Für letzteren Zeitpunkt können verschiedene Varianten geprüft werden: ein Obligatorium ausserhalb des Kindergartens, ein Teilobligatorium im Kindergarten oder ein selektiv obligatorischer Besuch des freiwilligen Kindergartenjahres mit zum Beispiel zusätzlichem Deutschunterricht am Nachmittag.
Was ist jetzt entscheidend?
Wir stehen ganz am Anfang. Es geht ausdrücklich noch nicht um einen Entscheid, sondern um die Klärung von Zielbild und möglichen Auswirkungen auf Unterricht, Organisation und Ressourcen.
Welche Rolle spielen Schulen und Gemeinden?
Ihre Rückmeldungen sind zentral. Die Einschätzungen aus der Praxis sollen früh in die weitere Ausarbeitung einfliessen, damit eine pädagogisch sinnvolle und politisch tragfähige Lösung entstehen kann.
Link zum Geschäft: Motion der Fraktion Die Mitte betreffend mit ausreichend Deutschkenntnissen in den Kindergarten