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Entwicklungspsychologie — Was, wann?

Erstellungsdatum 08.09.2015 14:40

Welche Entwicklungsaufgaben stellen sich Jugendlichen? Wie nehmen Kinder die Welt wahr? Und wie nehmen Jugendliche die Welt wahr? Entwicklungspsychologische Kenntnisse liefern Antworten auf diese und ähnliche Fragen und bieten eine Hilfe für den fachkundigen und liebevollen «Blick von oben» der Lehrerinnen und Lehrer.

Von Géraldine Rossi und Debora Hauser*

Der vorliegende Text stellt ausgewählte Hauptmerkmale der Entwicklung vom Kindergartenalter bis Ende Schulzeit dar und verweist auf die Bedeutung für die Schule. Alle im Text vorkommenden Tabellen können über diesen Link als Excel-Datei bezogen werden.

[Der Schulpsychologische Dienst stellt den Text unter diesem Link als Dokument zur Verfügung - L. F.]

 

Die verschiedenen Entwicklungsphasen
Die Entwicklungspsychologie geht davon aus, dass sich kognitive Fähigkeiten, soziale Beziehungen und andere lebenswichtige Aspekte der menschlichen Natur im Laufe des gesamten Lebens entwickeln und verändern. Die Theorie beschreibt diese Entwicklung in den Phasen 'Frühe Kindheit' (3-6 Jahre), 'Mittlere und späte Kindheit' (6-11 Jahre) und 'Jugend' (12-19 Jahre). Das Wissen, wie das Kind in diesen Zeitabschnitten empfindet, seine Welt wahrnimmt und welche Entwicklungsaufgaben sich ihm stellen, hilft der Lehrperson, entwicklungsgerechte Lerninhalte anzubieten und viele Phänomene in der Schule besser zu verstehen.

Frühe Kindheit (3-6 Jahre)
Dieser Altersbereich ist geprägt von grossen Geschwindigkeitsunterschieden in der Entwicklung. So wissen wir heute beispielsweise, dass einige Kinder ihre Schuhe bereits mit drei Jahren binden können, die meisten erlernen diese Fähigkeit mit sechs bis sieben Jahre. Auch das Erlernen des Fahrradfahrens weist eine grosse Varianz auf: Eine Minderheit erwirbt diese Fertigkeit mit weniger als drei Jahren, die grosse Mehrheit mit fünf bis sechs Jahren. Diese beiden Beispiele zeigen, dass das Lernen sehr unterschiedlich schnell erfolgt. Die teilweise enorme Unterschiedlichkeit kann verunsichern, ist aber normal. Die Entwicklungspsychologie zeigt, dass jedes Kind einen eigenen Lernweg und ein eigenes Lerntempo hat. Nicht nur die Wissenschaft, auch das Sprichwort kennt die Tatsache: "Am Grashalm ziehen, damit er schneller wächst" hilft nicht. Viele Entwicklungsschritte lassen sich nicht beschleunigen.

Tabelle 1, Frühe Kindheit (3-6 Jahre)

Entwicklungspsychologie — Michel Gilgen
Tabelle 2, Frühe Kindheit (3-6 Jahre)

Entwicklungspsychologie — Michel Gilgen
Tabelle 3, Frühe Kindheit (3-6 Jahre)

Mittlere und späte Kindheit (6-11 Jahre)
Nach Vollendung des sechsten Lebensjahres treten die Kinder in der Regel in die 1. Klasse über. Neben dem Kinderarzt sind die Kindergartenlehrpersonen oft die ersten ausserfamiliären Personen, welche den Entwicklungsstand des Kindes beurteilen. Dabei stellen sie fest, dass Entwicklungsunterschiede zwischen den Kindern und auch innerhalb eines Kindes nach wie vor gross sein können. Im Zeitalter der integrativen Schule haben alle Kinder in der Schulklasse Platz. Während der folgenden Primarschulzeit entwickelt sich das Denken der Kinder grundlegend. Die Motivation für das schulische Lernen wird in dieser Entwicklungsphase zum Thema. Erlebt das Kind, dass es sich lohnt sich anzustrengen? Erhält es Aufgaben, die es zu bewältigen mag? Wird es für seinen Einsatz gewürdigt? Mit wem wird es verglichen? Das Bild, welches das Kind von sich hat, wird nun durch schulische Fähigkeiten, soziale Beziehungen und das Selbstwertgefühl ergänzt. Letzteres wird in hohem Masse von der sozialen Umwelt beeinflusst.

Tabelle 4, Mittlere und späte Kindheit (6-11 Jahre)

Entwicklungspsychologie — Michel Gilgen
Jugend (12-19 Jahre)

In diesem Altersbereich geht es v.a. um die Selbstfindung. Wer bin ich, wie sehe ich aus, wo will ich hin und mit wem? Der Einfluss der Eltern nimmt dabei immer mehr ab und jener der gleichaltrigen Freunde nimmt zu. Es findet quasi eine Restrukturierung der sozialen, kognitiven, und körperlichen Ausgangslage statt.

Tabelle 5, Jugend (12-19 Jahre)

Fazit
Die in den Tabellen ausgewählten Merkmale der Entwicklung sollen zeigen, wie breit und vielfältig die Entwicklung des Kindes während der Schulzeit geschieht. Entwicklungspsychologinnen und Entwicklungspsychologen sind sich einig, dass Entwicklung ein kontinuierlicher Prozess ist, der in unterschiedlichem Tempo verläuft. Lehrpersonen sehen deshalb in ihren Klassen oft eine grosse Variabilität an Entwicklungsstufen. Auf die entsprechenden individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen und nicht alle Kinder gleich zu behandeln, stellt heute wohl eine der grossen Herausforderungen dieses Berufes dar.

 Entwicklungspsychologie — Was, wann? Autorinnen

*Die Autorinnen sind als Schulpsychologinnen beim Schulpsychologischen Dienst tätig. Debora Hauser ist zuständig für die Gemeinden Hünenberg und Walchwil, Géraldine Rossi für die Gemeinde Menzingen und einen Teil der Stadt Zug.

Quellen:
Schneider, W., & Lindenberger, U. (2012). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.
Schenk-Danzinger, L. (2006). Entwicklungspsychologie. Wien: G&G Verlagsgesellschaft mbH.
GeoWissen 2006


 

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