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Mathe — Gespräch mit André Stäger, Teil II

07.04.2016
Im zweiten Teil des Gesprächs mit André Stäger, Mathelehrer an der Kanti Zug, geht es um seinen Zugang zur Mathematik und seinen Werdegang zum Mathematiklehrer. Auch bei ihm haben Lehrer eine ...
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Im zweiten Teil des Gesprächs mit André Stäger, Mathelehrer an der Kanti Zug, geht es um seinen Zugang zur Mathematik und seinen Werdegang zum Mathematiklehrer. Auch bei ihm haben Lehrer eine wichtige Rolle gespielt. Zudem werfen wir einen kurzen Blick auf den Matheunterricht von früher und machen einen Vergleich mit der Gegenwart. Im Text finden sich — passend zum Fokusthema Mathematik — neben dem Kurzporträt von André Stäger zwei weitere von Zuger Mathelehrpersonen. 

Von Lukas Fürrer

Carl Friedrich Gauss soll gesagt haben, er habe das Rechnen vor dem Sprechen gelernt. Wie und wann stiessen Sie auf Ihre mathematische Begabung oder Ihr mathematisches Interesse?
Dies war keineswegs ein punktuelles Ereignis oder gar eine Art von Erleuchtung. Schon in der Primarschule hatte ich sehr gerne Mathematik und konnte dort auch oft bessere Leistungen zeigen als in anderen Fächern. Dies setzte sich im Untergymnasium so fort, worauf ich dann natürlich den mathematisch-naturwissenschaftlichen Typus C für den Matura-Lehrgang wählte. Auch dort zählte ich in Mathematik und Darstellender Geometrie zu den Besten und fand diese Fächer je höher die Anforderungen stiegen, desto interessanter.

Wenn Sie sich an Ihre Schulzeit zurückerinnern, an Ihren eigenen Mathematikunterricht. Welche Bilder tauchen da auf?
In erster Linie erinnere ich mich an die Lehrpersonen, die ich sehr schätzte. Die letzten vier Jahre vor der Matura wurden wir in Mathematik und in Darstellender Geometrie von Pankraz Freitag, dem späteren Glarner Ständerat, unterrichtet. Er war damals ein junger Lehrer und wir waren eine seiner ersten Klassen. Er war bei allen meinen Mitschülerinnen und Mitschülern sehr beliebt, auch bei denjenigen, die meistens Schwierigkeiten in den mathematischen Fächern hatten. Ich kann mich vor allem an eine Einsatzwoche zum 25-jährigen Jubiläum der Kantonsschule Glarus erinnern, wo wir mit ihm auf einer Alp, hoch über dem Sernftal, einen Graben für eine neue Wasserleitung aushoben. Oder an eine Arbeitswoche zum Thema Astronomie. Und schliesslich an meine mündliche Maturitätsprüfung in Mathematik, wo ich zuerst eine Frage missverstanden hatte, aber nachdem das Missverständnis geklärt war, die Aufgabe doch noch lösen konnte.

André Stäger
Mathematiklehrer seit 1989
Kantonsschule Zug
Liebstes Gebiet: 
Algebra
Faszination: Die Lösung ist (fast immer) eindeutig und mehrere Wege führen zum Ziel.


Wie verlief der Übergang von der Mittelschule an die Uni? Können Sie sich an Ihre ersten Vorlesungen erinnern? Muss man als Mathestudent auch lernen — oder ist alles logisch?
Nachdem mir an der Kanti in der Mathe alles ziemlich leicht fiel, war ich zu Beginn des Studiums sehr überrascht, wie schwierig fast alles war, was ich dort an den Vorlesungen hörte. Ich musste nach den Vorlesungen enorm viel Zeit investieren, um nur einigermassen zu begreifen, was die Professoren uns erklärt hatten. Nach kurzer Zeit merkte ich aber, dass es meinen Mitstudenten allen gleich erging. Dies war eine Art von Lernen, die trotz der grossen Anstrengungen immer wieder Freude bereitete, weil sie sehr spannend war und überhaupt nichts mit Auswendiglernen zu tun hatte.

Und wie verlief die Transformation von der Uni zurück an die Mittelschule? Gradlinig oder über Umwege?
Schon zu Beginn des Studiums sah ich das Unterrichten an einer Mittelschule als eine Option für mein Berufsleben. Allerdings hätte ich mir damals durchaus auch vorstellen können, eine andere Karriere einzuschlagen.

Kurt Hess
Mathematiklehrer seit 1999

PH Zug
Faszination: 
Mathematik als Sprache, als Darstellungselement oder Analysenmodell alltäglicher Muster, mit denen man jegliche Verhaltensmuster darstellen und mitteilen kann.

Im dritten Studienjahr wurde ich gebeten, einen Mathematiklehrer an der Kanti Glarus nach einer Rückenoperation zu vertreten. Die Arbeit als Gymnasiallehrer gefiel mir bei dieser ersten Stellvertretung schon so gut, dass nachher mein Berufsziel klar war. Wenige Wochen vor meiner Abschlussprüfung an der Uni wurde ich von der Kantonsschule meines Didaktikdozenten angerufen und man bot mir eine Stelle an, die ich direkt nach dem Studienabschluss antreten konnte.

Was gibt die Uni einem künftigen Mathelehrer pädagogisch und didaktisch mit auf den Weg? Wer wird überhaupt Mathelehrer?
Die pädagogischen Vorlesungen fand ich damals nicht sehr gewinnbringend. Im fachdidaktischen Seminar lernten wir hingegen sehr viel Konkretes, was sich später im Schulzimmer direkt anwenden liess. Ebenso waren die Unterrichtspraktika sehr lehrreich, aber damals viel zu kurz. Es ist gut, dass diese heutzutage schon deutlich umfangreicher sind. Allerdings muss man später aus seinen eigenen Erfahrungen noch viel dazu lernen und die Qualitätsentwicklungsprozesse, die mittlerweile weit verbreitet sind, nutzen, um sich stetig zu verbessern.
Mathematik-Lehrpersonen werden Leute, die nicht nur Mathematik gern haben, sondern auch gerne mit Jugendlichen arbeiten. Beides sind Bedingungen, dass man später diesen Beruf auch gerne ausübt. Wer dies nicht genügend mitbringt oder die Persönlichkeit nicht besitzt, sich im Schulzimmer durchzusetzen, gibt in den allermeisten Fällen diesen Beruf nach wenigen Jahren wieder auf.


Sara Bohnenblust
Mathematiklehrerin seit 2012
Oberägeri
Liebstes Gebiet: 
Mathematische Spiele / offene Aufgaben / Forscherfragen
Faszination: Es hat für jeden etwas zum Staunen, Tüfteln, Grübeln, Zähneausbeissen und Freuen.

Wenn Sie die Bilder von früher mit dem heutigen Unterricht an der Kanti vergleichen, wo sehen Sie Gleiches und Neues?
Der Alltag der Mittelschüler hat sich ausserhalb der Schule in den letzten dreissig Jahren so gewaltig verändert, dass sich auch der Unterricht stark verändern musste. Ebenso wie im Alltag haben die modernen Medien im Unterricht Einzug gehalten. Online-Lernhilfen wie dynamische Geometrie-Programme oder Algebra-Trainingsprogramme, wie auch Computeralgebrasysteme auf den Taschenrechnern werden heute fast täglich im Unterricht genutzt, während wir dies noch gar nicht kannten. Andererseits braucht es immer noch viel Handfertigkeit, gerade in der Algebra. Hier haben sich die Übungsmethoden seit damals wenig verändert.

Diese Entwicklung kommt sowohl den schwächeren, wie auch den besten Schülerinnen und Schüler in der Mathematik zugute. Den Schwächeren hilft es, besser zu verstehen und Schwierigkeiten bei Grundfertigkeiten mit den Hilfsmitteln zu überbrücken. Die Besten erreichen dank der modernen Mittel deutlich mehr als damals.

Hier geht's zu den Gesprächen I und III: Gespräch I, Gespräch III

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