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27.03.2026

KLP und SHP: Wie gelingt Zusammenarbeit in Zug?

27.03.2026
Die Zusammenarbeit zwischen KLP und SHP ist entscheidend für die Integration. Wie gelingt sie an den Schulen Menzingen, Baar und Risch?

Integration braucht Zusammenarbeit. www.schulinfozug.ch hat in Menzingen, Baar und Risch nachgefragt, welche Bedeutung der Zusammenarbeit von Klassenlehrperson (KLP) und Schulischer/m Heilpädagogin/en (SHP) beigemessen wird und wie die Zusammenarbeit gestaltet wird.

Ein schriftliche Vereinbarung in Risch

NIJU
Bild Legende:
Nick Jud, Rektor Schulen Risch

Lieber Nick, welche Bedeutung messt Ihr der Zusammenarbeit von KLP und SHP für die Integration bei?
Für die integrative Beschulung ist die gute Zusammenarbeit zwischen SHP und KLP, aber auch Fachlehrpersonen entscheidend. Es geht im Wesentlichen darum, dem integrierten Kind gerecht zu werden, echte Lernchancen zu bieten, es aber auch gut im Klassenverband zu verankern. Damit dies gelingen kann, ist eine effiziente und gut abgestimmte Kooperation wichtig. Eine funktionierende Kooperation zwischen LP und SHP ist zentral für eine gelingende Zusammenarbeit mit den Eltern, was wiederum für die Integration des Kindes in die Regelklasse von grosser Bedeutung ist.

Welche Kriterien sind aus Eurer Sicht zentral für die Zusammenarbeit KLP und SHP?
Die Zusammenarbeit muss zielorientiert sein. Das gemeinsame Unterrichten oder die Unterstützung muss gut abgesprochen sein. Die SHP müssen wirkungsvoll arbeiten  und die heilpädagogischen Ressourcen effizient einsetzen können.
Insbesondere ist eine vertrauensvolle, strukturierte und regelmässige Zusammenarbeit mit gemeinsamen Planen und Arbeiten an vereinbarten Förderzielen wichtig.

Welche Beobachtungen macht Ihr an Eurer Schule zur Zusammenarbeit KLP und SHP?
Der gemeinsame Unterricht funktioniert dort gut, wo ein gemeinsames Lehr- und Lernverständnis vorhanden ist. Die Rollen müssen beiden Personen bekannt und bewusst sein. Bei neuen Mitarbeitenden ist es so, dass es oft eine gewisse Zeit braucht, sich in der Zusammenarbeit zu finden.
Das Team, welches eine gemeinsame, positive Haltung gegenüber der Integration hat, kann schwierige Situationen besser bewältigen und kreative Lösungen finden.

Wie bringt Ihr KLP und SHP dazu, über ihre Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen?
Die SHP sind in die einzelnen UTs (Unterrichtsteams) integriert, wo die Zusammenarbeit thematisiert werden kann. Zudem werden die gemeinsamen Besprechungszeiten fix im Stundenplan ausgewiesen und finden regelmässig statt. Der "Schwerpunkt Zusammenarbeit" ist jeweils ein Auftrag der Unterrichtsteams.
LP und SHP klären am Anfang des Schuljahres, wie sie miteinander arbeiten möchten und halten dies schriftlich fest. Pro Quartal/Semester werden die Abmachungen erneut angeschaut und bei Bedarf optimiert.
Die Schulen Risch haben für die nächstens anstehende Externe Evaluation das Thema «Zusammenarbeit», insbesondere zwischen SHP und LP,  als Schwerpunktthema gewählt. Aufgrund dieser Resultate werden dann Massnahmen abgeleitet.


Verbindlichkeit und Instrumente in Baar

PHLA
Bild Legende:
Philippe Lau, Leiter Schulen Inwil und Verantwortlicher Besondere Förderung Baar

Lieber Philippe, welche Bedeutung messt Ihr der Zusammenarbeit von KLP und SHP für die Integration bei?
Die Zusammenarbeit zwischen SHP und KLP nimmt gossen Einfluss darauf, wie die Integration im Schulalltag umgesetzt und gelebt wird. Als Spezialitäten für die Heterogenität prägen die SHP die pädagogische Haltung und Pädagogik einer Schule im Ganzen, im Unterrichtsteam sowie im Team um die Klasse aktiv mit. Daraus entstehen im Zusammenspiel mit den Klassenlehrpersonen, den Spezialisten für den Unterricht ganz konkrete Vorgehensweisen, Handlungskonzepte, Unterrichtsformen für den Schulalltag.

Welche Kriterien sind aus Eurer Sicht zentral für die Zusammenarbeit KLP und SHP?
Jede Zusammenarbeit wie auch diese gelingt grundsätzlich besser mit Verlässlichkeit, einer klaren Rollen- und Aufgabenverteilung und in der geteilten Verantwortung für eine Klasse. Somit ist es notwendig, dass eine Schule Zeitgefässe in der Jahres- und Wochenstruktur definiert, wo diese Zusammenarbeit stattfinden kann, wo reflektiert und weiterentwickelt werden kann. Hauptkritierium, dass dies gelingen kann, ist eine Basis mit einer geklärten Haltung und Vorstellung und Erwartungen zur Pädagogik, die für alle verbindlich ist und eingefordert wird.

Welche Beobachtungen macht Ihr zur Zusammenarbeit KLP und SHP?
Die SHP und KLP schätzen, unterstützen und brauchen sich im heutigen Schulalltag gegenseitig. Ein funktionierendes SHP-KLP Team hat positiven Einfluss auf die Schulqualität, das Klassen- und Arbeitsklima. Bis es so weit ist, braucht es Zeit für Gespräche, Reflexionen, Erfolge. Aller Anfang ist schwer und gelingt auch nicht immer.

Wie bringt Ihr KLP und SHP dazu, über ihre Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen?
Es sind Verbindlichkeiten definiert, wo die Zusammenarbeit ein Thema wird. So sind die Besprechungslektionen pro Woche fix im Stundenplan verankert und die SHP und KLP haben die Pflicht, pro Semester ihre Zusammenarbeit zu reflektieren. Hierfür stellt ihnen die Schule Instrumente zur Verfügung. Zudem sind die SHP und KLP je in Unterrichtsteams oder Stufen oder in der Fachschaft miteinander vernetzt, reflektieren ihre Rolle und nehmen Inputs, Anregungen oder Vorgaben für die Weiterentwicklung ihrer Zusammenarbeit in wöchentliche Besprechungslektion mit. Auch an Mitarbeitergesprächen wird die Zusammenarbeit hoch gewichtet und individuell besprochen und beurteilt.


Herausforderung Doppelklassen in Menzingen

WH
Bild Legende:
Walter Holdener, Rektor Schulen Menzingen

Lieber Walter, welche Bedeutung messt Ihr der Zusammenarbeit von Klassenlehrperson (KLP) und Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP) für die Integration bei?
Die Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrpersonen und Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen ist zentral für einen gelingenden integrativen Unterricht. Sie bildet die Grundlage für einen professionellen Umgang mit der Vielfalt in den Klassen und ermöglicht es, Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf gezielt und wirksam zu unterstützen. Gleichzeitig ist diese Zusammenarbeit entscheidend für die sinnvolle und wirksame Nutzung der Ressourcen der SHP. Erst durch eine enge Abstimmung und gemeinsame Planung können heilpädagogische Kompetenzen optimal in den Unterricht integriert werden – zum Nutzen aller Schülerinnen und Schüler.

Welche Kriterien sind aus Eurer Sicht zentral für die Zusammenarbeit von KLP und SHP?
Im Zentrum steht ein gemeinsames Verständnis von Unterricht als kooperative Aufgabe. KLP und SHP tragen gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung des Unterrichts und die Förderung aller Lernenden. Diese Haltung der Kooperation ist grundlegend. Erfolgreiche Zusammenarbeit basiert zudem auf Offenheit, Ehrlichkeit, gegenseitigem Respekt und Begegnung auf Augenhöhe. Flexibilität im Denken und Handeln ist ebenso wichtig wie die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zuzulassen und produktiv zu nutzen. Ein regelmässiger Austausch über pädagogische Haltungen schafft Klarheit und Vertrauen. Ebenso zentral ist eine gelebte Kommunikationskultur, in der Irritationen offen und direkt angesprochen und konstruktiv bearbeitet werden können. Da Zusammenarbeit immer auch bedeutet, mit Verschiedenheit unter Erwachsenen umzugehen, braucht es die Fähigkeit, Differenzen auszuhalten und professionell damit umzugehen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass SHP klar für ihren Auftrag der besonderen Förderung einstehen. Wo nötig, kann der Einbezug der Schulleitung unterstützend wirken – insbesondere bei festgefahrenen Situationen oder zur Klärung von Rollen und Erwartungen.

Welche Beobachtungen macht Ihr an Eurer Schule zur Zusammenarbeit von KLP und SHP?
An unserer Schule erleben wir die Zusammenarbeit zwischen KLP und SHP in vielen Bereichen als selbstverständlich. Kooperation im Unterricht ist etabliert, meist integrativ ausgerichtet und geprägt von flexiblen Formen der Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit findet grundsätzlich auf Augenhöhe statt. Positiv fällt auch auf, dass die vorhandenen Ressourcen insgesamt gut genutzt werden. Gleichzeitig zeigen sich Spannungsfelder, insbesondere in Doppelklassen. Hier stellt sich beispielsweise die Herausforderung, den Fokus zwischen der Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler und der Unterstützung des Klassenunterrichts auszubalancieren – etwa bei der Frage, ob und wann eine Klasse temporär geteilt werden soll. In herausfordernden Situationen – etwa bei auffälligem Verhalten einzelner Schülerinnen und Schüler – wird Zusammenarbeit teilweise anspruchsvoller. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig die gemeinsame Reflexion der eigenen Rolle und des professionellen Handelns ist.

Wie bringt Ihr KLP und SHP dazu, über ihre Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen?
Die KLP-SHP-Tandems treffen sich zu verbindlichen, wöchentlichen Absprachen. Diese Gespräche bilden die Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit. Neue KLP-SHP-Tandems erhalten den Auftrag, ihre Kooperation mit Hilfe des Kooperationsplaners (Kooperationsplaner.ch) zu reflektieren. Dieser schafft Struktur und Verbindlichkeit für Reflexion und Austausch. Ergänzend stellen wir verschiedene Materialien und Modelle zur Verfügung, die die Reflexion und den Dialog unterstützen. Dazu gehören unter anderem Ansätze der Themenzentrierten Interaktion (TZI), Orientierungshilfen, der Kooperationsplaner selbst sowie Materialien der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH). Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die bewusste Ermutigung, Themen anzusprechen. Wir fördern eine Kultur, in der das offene Gespräch nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht ist. Bei Bedarf bieten wir Moderation an, um Gespräche zu strukturieren und zu begleiten. Zudem schaffen wir Austauschgefässe, beispielsweise im Fachteam Besondere Förderung und Therapie, in denen Erfahrungen geteilt und Fragen gemeinsam bearbeitet werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung der psychologischen Sicherheit: Lehr- und Fachpersonen sollen sich trauen, Unsicherheiten, Spannungen und Herausforderungen anzusprechen. Dabei stellt sich auch immer wieder die Frage, wie wir die Reflexion der eigenen Rolle – insbesondere in herausfordernden Situationen – noch gezielter fördern können.

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