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Unser Schulwesen: Wie es begann und wie es wurde

09.10.2014
Die Zusammenhänge kann nur verstehen, wer das Werden kennt. Das gilt auch für das Zuger Schulwesen. Der kurze Überblick soll vor allem auch Lust auf den Vortrag "Vom Federkiel zu Facebook – Bildung ...
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Die Zusammenhänge kann nur verstehen, wer das Werden kennt. Das gilt auch für das Zuger Schulwesen. Der kurze Überblick soll vor allem auch Lust auf den Vortrag "Vom Federkiel zu Facebook – Bildung als Treiber gesellschaftlicher Entwicklung" vom 28. Oktober um 19.30 Uhr im Pfarreiheim St. Michael in Zug machen.

Von Carl Bossard

Karl Kaspar Kolin, der letzte Vertreter seines Geschlechts und Mitglied der Helvetischen Gesellschaft, war überzeugt von einer der wichtigsten Ideen der Aufklärung: dass die Welt verbesserbar sei. Über Bildung. Der „Abstand zwischen der Erziehung unserer Jugend und jener der   Reformierten" sei beträchtlich, schrieb er. Darum setzte er sich für verbesserte Schulen ein – und publizierte auf eigene Kosten das erste Zuger Neujahrsblatt (1785-86).

Schule und Unterricht hatten es bis zur Moderne schwer. Im Zentrum standen Glaube und  Seelenheil. Bildung war weder nötig noch gefragt. Der gesellschaftliche Alltag liess sie für breite Kreise gar nicht zu; die agrarische Lebensweise kam ohne sie aus. Erst die Helvetik (1798 – 1803) sah im Auf- und Ausbau der Schulen höchste Priorität. Die Utopie einer besseren Zukunft war wegweisend. In der revolutionierten Schweiz geschah nun etwas Einmaliges, als Zeitphänomen in Europa gar Einzigartiges: Erstmals wollte ein Minister über Umfragen genau wissen, wie die Realität aussah: In einer Enquête erkundete Philipp Albert Stapfer den helvetischen Schulalltag. Die Antworten skizzieren ein eindrückliches Bild der zum Teil desolaten Schulrealität vor 200 Jahren.

Die fünf Jahre waren zu kurz. Doch der pädagogische Enthusiasmus der Helvetik und das schulpolitische Engagement seiner Repräsentanten popularisierten den Gedanken der Bildung für alle. Mit dem Bundesstaat von 1848 erfolgte der entscheidende Durchbruch auf dem weiten Weg zu einem umfassenden Bildungs- und Schulsystem.

Zug gehört zu den katholischen Stammlanden. Bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus war der Kanton eine geschlossene Welt. Religion und Tradition setzten Werte und Normen und gaben dem Alltag Gestalt. Auch in der Schule. Der Wandel kam spät, und er kam grundsätzlich. Bildung und Schule veränderten sich ab den späten 60er-Jahren in schnellem Tempo. Die Bildungswege wurden vielfältiger und durchlässiger, individueller und länger: Bildung expandierte.

Der Vortrag wird von der Kolingesellschaft Zug organisiert. Er findet am 28. Oktober 2014 um 19.30 Uhr im Pfarreiheim St. Michael Zug (vis à vis Zeughaus / Obergericht) statt. Der Vortrag ist öffentlich, für Nichtmitglieder beträgt der Eintritt 10 Franken. Der Referent, Dr. Carl Bossard, studierte Geschichte und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Freiburg i.Üe., Montpellier und Bern. Er war u. a. Gründungsrektor der Pädagogischen Hochschule Zug.

 

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