Navigieren auf Risch

Inhaltsnavigation auf dieser Seite

Navigation

Gangolfswil und die Stadt Zug

Verkauf des Hofs Gangolfswil an die Stadt zug; 5. September 1486
Gangolfswil und die Stadt Zug
Bild Legende:

Im Jahr 1400 erhielt die Stadt Zug vom deutschen König Wenzel die hohe Gerichtsbarkeit, den Blutbann, über Stadt und Land des ehemaligen Habsburgeramts Zug. Durch Kauf erstand die Stadt Zug 1410 weitere Grundrechte in Küntwil, Waldeten, Ibikon und Stockeri. Für das Kloster Muri als grössten Landbesitzer im Gebiet der heutigen Gemeinde Risch sanken die Geldeinnahmen wegen der allgemeinen Geldentwertung, und den Bedarf an Getreide konnte das Kloster Muri in der näheren Umgebung decken.

So verkaufte es am 5. September 1486 den Hof Gangolfswil an Ammann, Rat und Bürger der Stadt Zug für 1080 rheinische Gulden. Nicht eingeschlossen in diesen Verkauf waren die Erträge der Fischenzen. Diese verblieben dem Kloster bis 1809.

Gangolfswil wurde wie Walchwil, Cham, Hünenberg, Steinhausen und Oberrüti zur Vogtei der Stadt Zug. Für jede Vogtei wurde vorerst alljährlich und ab 1594 für zwei Jahre ein Bürger der Stadt zum Obervogt eingesetzt, der aber in Zug seinen Wohnsitz behielt. Ihm unterstand die Niedergerichtsbarkeit in der Vogtei, und mit seinem Siegel legalisierte er Kaufverträge und Gültverschreibungen. In Gericht und Verwaltung half ein Untervogt aus der Vogtei. Der Untervogt war den Weisungen des Obervogts und des Zuger Rats unterworfen und insbesondere zum Inkasso der Fälligkeiten sowie zur Erfüllung gerichtlicher und polizeilicher Funktionen bestimmt. Ihre väterliche Besorgtheit offenbarten die Magistraten von Zug den Untertanen nicht zuletzt in den vielen Mandaten, die das alltägliche Leben betrafen: religiöse Pflichterfüllung, sittliches Verhalten, wirtschaftliche Belange, Gewerbe und Verkäufe, Jagd, Spiel und Kleidung.

Innerhalb der Vogtei Gangolfswil bestimmten die Steuerangehörigen (ab 1633 die sogenannten Bürger) über Gemeindeangelegenheiten eigenständig. So wurden mit Bewilligung von Ammann und Stadt Zug ab 1527 von Fremden und Niedergelassenen jährliche Taxen für die Gemeindegerechtigkeit, also Steuern, eingefordert. Das Einzugsgeld erhoben die Gangolfswiler auch von den Angehörigen der Herrschaft Buonas. Genauso handhabte es der Gerichtsherr von Buonas. Dieses Geld wurde von einem für zwei Jahre gewählten Säckelmeister verwaltet.

Die Rechnungsgemeinden fanden dabei in Holzhäusern statt. Dem Genossenschaftsgedanken entsprechend, unterstützte diese Steuer oder Genosssame Gangolfswil auch die Kirchenneubauten von Holzhäusern, Risch und Meierskappel. Geld stellte man auch für den Maienkäfer- und Krähenfang sowie das Schiesswesen zur Verfügung. Ab 1702 lassen sich auch Auslagen für Schulmeister nachweisen. Die wesentlichsten gemeinnützigen Stiftungen waren 1728 die Schaffung einer Feuerwehr-Organisation und 1750 die Einsetzung einer Hebamme.

Als sich 1591/92 bei der Seespiegelabsenkung das Ufer beim Hof Gangolfswil zwischen 100 und 280 m in den See hinaus verschob und nach 1648 die ehemalige Kapelle Gangolfswil langsam zerfiel, wurde auch die lange ruhmvolle Geschichte dieses Ortes aus dem Gedächtnis gestrichen. In Verschreibungen und Kaufverträgen tauchte ab 1700 immer wieder statt Vogtei Gangolfswil die Schreibweise Vogtei Risch auf, selbst bei Liegenschaften, die nie zum Murihof Gangolfswil gehört hatten und in der Pfarrei Meierskappel lagen.

Weitere Informationen

Aktuell RSS abonnieren
Veranstaltungen
Alle Veranstaltungen

Fusszeile