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Von Gangolfswil zur Gemeinde Risch

Die Vogtei Gangolfswil wird frei und die Gemeinde Risch entsteht

Unter dem Einfluss der Französischen Revolution und der Landsgemeinde von Stadt und Land Zug hob die Stadt Zug am 17. Februar 1798 die Untertanenverhältnisse ihrer Vogteien, u.a. auch von Gangolfswil, auf. Als in den ersten Märztagen von 1798 nacheinander Freiburg, Solothurn und Bern vor den französichen Heeren kapitulieren mussten, wurden am 11. April alle noch nicht besetzten Orte aufgefordert, sich kampflos zu ergeben. Gleichzeitig verlangten die Feinde die Annahme der von Frankreich gewünschten Helvetischen Verfassung. Entgegen den Mahnungen des Stadt- und Amtsrats (heute Kantonsrat) und der zugerischen Geistlichkeit beschloss die Landsgemeinde am 17. April zusammen mit Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus den Krieg gegen Frankreich. Am 26. April fiel die Entscheidung zu Ungunsten von Zug in Hägglingen AG. Aus Risch waren zu dieser Schlacht 89 Männer aufgeboten worden. Als Folge wurde das Gebiet des heutigen Kantons Zug bis 1803 durch die Franzosen besetzt. Die Bevölkerung, d.h. die Bauern, musste für die Verpflegung der französischen Soldaten und Pferde aufkommen. Die neue Gemeinde, die nun Munizipalität Risch genannt wurde, hatte keinerlei Gemeindegut zur Verfügung. Sie konnte die Geldsummen nur durch Vermögenssteuern zusammenbringen. Dazu setzte man eine eigens einberufene Kommission zusammen, in der jede Nachbarschaft der Gemeinde mit einem Mann vertreten war. Die von den Franzosen propagierte goldene Freiheit erforderte zu guter letzt empfindliche Geldopfer und leitete die moderne Besteuerung ein.

Aus den Rechnungen vom 30. April 1798 bis 5. Juli 1799 geht hervor, dass die Munizipalität Risch im April 1798 einen Rat von drei Männern eingesetzt haben muss. Erster Präsident war der ehemalige Untervogt Alois Sidler. Das bisherige Wappen der Vogtei Gangolfswil ersetzte man durch den Zuger Schild mit dem Querbalken und dem Anfangsbuchstaben R. Später wurde dieses Wappen mit dem Luchs als Schildträger dargestellt. Die Munizipalität Risch gehörte in den streng zentralisierten Kanton Waldstätten, dessen Hauptort seit Mai 1799 die Stadt Zug war. Erst 1922 wurde man sich der Herkunft des Gangolfswiler Wappens als ursprüngliches Gemeindewappen wieder bewusst.

Mit der Mediationsakte von 1803 erhielt die Schweiz wieder die staatspolitische Struktur eines Staatenbundes. Der Kanton Zug bestand aus den neun autonomen Gemeinden Zug, Ägeri, Menzingen, Baar, Cham, Hünenberg, Steinhausen, Risch und Walchwil. Durch die 1814 geschaffene Verfassung gab sich der Kanton Zug ein Grundgesetz, das als wesentliches Merkmal den Übergang von der direkten zur repräsentativen Demokratie brachte. Die bis 1848 noch bestehende Landsgemeinde erhielt wie in vorrevolutionärer Zeit nur mehr die Befugnis zur Wahl in bestimmte Ämter (u.a. Landammann, Landeshauptmann, Landschreiber, Tagsatzungsgesandte). Bis 1849 waren das Armenwesen, die Feuerwehr und ab 1840 das Strassenwesen Schwerpunkte der Gemeindepolitik. Die Schulpflicht aller Kinder wurde im Kanton Zug erst 1849 obligatorisch, was in den folgenden Jahrzehnten zu einer Ablösung des Schulwesens aus kirchlicher Hand führte. Erstmals tritt die Gemeinde Risch 1883 als Bauherrin des Schulhauses der 1879 neu gegründeten Schule Rotkreuz auf.

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