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Aus der Schule – für die Schule: Hausaufgaben

18.03.2015
Der Kolumnist "macht seine Hausaufgaben", verweist auf nützliche Tipps zum Thema und macht sich narrenfreie Gedanken zum Verantwortungsbegriff im Zeugnis. Von Martin Senn* Wir alle sind in ...
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Der Kolumnist "macht seine Hausaufgaben", verweist auf nützliche Tipps zum Thema und macht sich narrenfreie Gedanken zum Verantwortungsbegriff im Zeugnis.

Von Martin Senn*

Wir alle sind in bester Gesellschaft mit Politikern, Managern, Trainern und andern Verantwortungsträgern, Sie als Leser, ich als Lehrperson und natürlich unsere Schüler. Stets aufs Neue können wir mit der Empörung auslösenden Aussage konfrontiert werden, wir hätten unsere Hausaufgaben nicht gemacht.

Als Orte der Anschuldigung eignen sich Zeitungsartikel, Interviews, Diskussionen und natürlich die Schule. „Jemand hat hier seine Hausaufgabe nicht gemacht", und schon steht man mit abgesägten Hosen da. Oft weiss man nicht einmal, was eigentlich versäumt wurde, aber jetzt müssen sehr gute Argumente her, sonst bleibt die Zwei auf dem Rücken.

Unsere Gesellschaft setzt das Hausaufgaben erledigen auf die gleiche moralische Ebene wie das Übernehmen von Verantwortung. Geht es bei den schulischen Hausaufgaben noch um ein begrenztes, jedoch kontroverses Thema, ist der Begriff der Verantwortung hingegen ausufernd vielschichtig. Ausserhalb eines festen Kontextes lässt sich Verantwortung weder qualitativ noch quantitativ definieren. Nicht einmal schulische Verantwortlichkeit könnte hier geklärt werden.

Im Internet bin ich auf spannende Beiträge zum Thema Verantwortung gestossen, mein Zeitmanagement lief folglich unverantwortlich aus dem Rahmen . Im Zeugnis der Primar- und Oberstufenschulen wird bei der Selbstkompetenz die Übernahme von Verantwortung beurteilt. Dort steht: „Die Schülerin / der Schüler übernimmt Verantwortung." Dies zu beurteilen, ist eine Herausforderung. Ehrlicherweise muss ich als Lehrperson eingestehen, dass sich unsere Beurteilung hauptsächlich auf das Erledigen von Hausaufgaben stützt, was dem Begriff (und dem Kind) nicht gerecht wird.

Viele wissen, dass sich die täglichen Hausaufgaben unserer Kinder zwischen „kein Problem" und „wiederkehrendes Familiendrama" präsentieren. Glücklicherweise sind die Beiträge von Bildungsforschern, Schulpsychologen, Schülerratgebern und Elternforen zu den Hausaufgaben auf dem Internet hilfreich und klärend, wenn auch nicht widerspruchslos.

So hat der Kanton Schwyz die Hausaufgaben aus wissenschaftlichen Erkenntnissen einmal abgeschafft, um sie umgehend wieder einzuführen. Hier erlaube ich mir nicht nur geplagten Eltern das Internet mit wirklich hilfreichen Tipps zu empfehlen, sondern auch Lehrpersonen auf pädagogische Grundsätze zur Erteilung von Hausaufgaben hinzuweisen.

Damit unsere Kinder nicht unter dem vielschichtigen und moralisch geprägten Verantwortungsbegriff beurteilt werden, würde ich in meiner Narrenfreiheit den Begriff der Verantwortung aus dem Zeugnis entfernen und durch die beobachtbaren Aussagen ersetzen:
Die Schülerin / der Schüler hält sich an die Regeln und Vereinbarungen (Hausordnung, Schul- und Disziplinarordnung, Abmachungen und Ämtli). Die Schülerin / der Schüler kommt seinen Pflichten nach (Hausaufgaben, Sorgfältigkeit, Pünktlichkeit, ...).

Martin Senn ist Heilpädagoge an der Oberstufe Walchwil und u. a. Vertreter der Lehrerschaft in der Walchwiler Schulkommission sowie aktiv im Lehrerinnen- und Lehrerverein des Kantons Zug, martin.senn@schule-walchwil.ch.

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