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Aus der Schule – für die Schule: Zum Schulstart

25.08.2015
Der Kolumnist startet mit gemischten Gefühlen ins neue Schuljahr — aus Erfahrung und notfalls mit vier Ohren. Von Martin Senn* Jetzt ist es wieder da, dieses schräge Bauchgefühl, wie bei der ...
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Der Kolumnist startet mit gemischten Gefühlen ins neue Schuljahr — aus Erfahrung und notfalls mit vier Ohren.

Von Martin Senn*

Jetzt ist es wieder da, dieses schräge Bauchgefühl, wie bei der Fahrprüfung mit dem unnahbaren Experten, mit nicht ganz reinem Gewissen durch die Zollkontrolle zu müssen oder ohne Billet im Bus zu sitzen. Als hätte ich zu viel gegessen, oder etwas Ungeniessbares eingenommen. Die Leichtigkeit der Ferientage hat sich verabschiedet.

Wohl weiss ich aus Erfahrung, dass die Steine im Bauch im Verlaufe der ersten Woche weg sein werden. Trotzdem sind sie jetzt da und vermiesen mir wie immer schon beim Schulstart mit neuen Schülern die letzte Ferienwoche.

Selbstversuche und Selbsttherapie durch intensive Vorbereitung, Jahresplanung, Themenreihen, Lektionspläne, Laminieren oder Materialbereitstellung helfen nur beschränkt. Durch den Fokus auf anderes klingen die Symptome wohl ab, zeigen sich mit fieser Regelmässigkeit am letzen Ferienwochenende verstärkt. Auch das Wissen, dass es andern Lehrpersonen und vielen Schülern beim Neustart ähnlich ergeht, hilft nicht wirklich. Also, Bauch ausblenden, Kopf einschalten, Vorwissen und Erfahrungen aktivieren!

Begegnungen mit neuen Menschen in der Schule oder am Arbeitsplatz bleiben eine Herausforderung. Im Kontext Schule kommt zur Länge der Begegnungsdauer eine fatalistische Komponente hinzu. Weder Schüler noch Lehrpersonen können sich gegenseitig auswählen. Daher das Kribbeln in Bauch, denn eine stimmige Chemie lässt sich im Bedarfsfall nicht erzwingen. So bleiben mir meine Erfahrungen, seriöse Vorbereitung, gute Vorsätze und zugelegte Gelassenheit, um mir bei den Begegnungen zu helfen.

Ich hoffe, dass es mir gelingt, diese so zu gestalten, dass daraus förderliche und belastbare Beziehungen entstehen. „Die einzelnen guten Begegnungen sinken wie die Schwebeteile im Wasser zum Seegrund ab und werden, dem Sediment ähnlich, allmählich zur guten Beziehung". Der Sinn der Aussage hat mir Eindruck gemacht, auch wenn ich den Satz nicht mehr genau hinkriege. Also lege ich das Augenmerk auf die Gestaltung der nächsten Begegnung und muss mich nicht mit dem Vergangenen rumschlagen.


Mir bleibt mein Vertrauen, dass es mit seltenen Ausnahmen gut geklappt hat. Ein grundsätzliches Vertrauen, dass ich auch von den Eltern der neuen Schüler einfordern darf. Bei den wenigen Ausnahmefällen will ich mich nicht selber täuschen. Dann können offene und ernsthafte Gespräche helfen, in denen ich eine Kopie der „Vier-Ohren-Theorie" von Friedmann Schultz von Thun vor mich hinlege.

Liebe Leserinnen und Leser, ich weiss, dass diese Zeilen erst nach dem Schulstart zu lesen sein werden. Die „Depressive Verstimmung der Nachferienzeit" wird am Abklingen sein. Die Routine des Schulalltags wird einziehen. Gerade deshalb wünsche ich allen an der Schule Beteiligten die Fähigkeit, den Willen und die Energie, die Qualität der täglichen Begegnungen positiv zu beeinflussen. Tragbare Beziehungen, arbeitsintensive Tage und kühlere Nachttemperaturen werden uns spätestens nach dem ersten Schultag wieder gut schlafen lassen (zumindest bis zu den letzten Tagen der kommenden Sommerferien).

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