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Talentierte Schüler oder IT-Zombies?

05.12.2017
Unsere Schulen sind Experimentieranstalten für ambitionierte Politiker und Schulbehörden geworden, wo niemand mehr zufrieden sein kann. Wo die Grundlagen fehlen, bleibt der Weg aus der Unmündigkeit ...
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Unsere Schulen sind Experimentieranstalten für ambitionierte Politiker und Schulbehörden geworden, wo niemand mehr zufrieden sein kann. Wo die Grundlagen fehlen, bleibt der Weg aus der Unmündigkeit für immer versperrt.

Von Klaus J. Stöhlker* 

Zwei soziale Gruppen sind für die meisten Schüler entscheidend, geht es um schulische Erfolge: die Eltern und die Lehrer. Vernünftige und intelligente Eltern schaffen die Voraussetzungen für einen von ihnen gut begleiteten Schulerfolg ihrer Kinder. Bei den besten Lehrern handelt es sich immer um „Engel", die ihre Schüler auf Wolken tragen. Wir wissen aber, dass weder die Eltern noch die Lehrer und immer weniger auch die Schüler diesem Idealbild entsprechen. Vielmehr sind unsere Schulen zu Experimentieranstalten für ambitionierte Politiker und Schulbehörden geworden, wo niemand mehr zufrieden sein kann.

Wo einst Bildung gelehrt wurde, ist nun Informatik zum Pflichtfach geworden. Das ist nicht der schlechteste Entscheid der Erziehungsdirektorenkonferenz, aber noch viel besser wäre es, man würde in den Primarschulen auch die Kulturtechniken des Lesens, Schreibens und Rechnens mit gleicher Begeisterung wieder verankern. Erst mit Hilfe dieser elementaren Instrumente kann sich der junge Mensch aus seiner Unmündigkeit befreien. Ohne diese Grundlage ist der Weg in die digitale Leibeigenschaft unvermeidlich.

Wir züchten an unseren Schulen junge IT-Zombies, die kaum über den Tellerrand hinaus lesen und die Welt interpretieren können. Ich schreibe dies als Zeitzeuge, sehe ich doch die jungen und schon älteren Menschen, wie sie als Bankangestellte und Vielzweck-Mitarbeiter der Dienstleistungsfirmen digital geführt und erfasst werden. Viele von ihnen finden dies sogar sehr schön, nicht ahnend, wie gross und faszinierend die Welt ist ausserhalb ihrer engen Käfige, die vom Konsum geprägt sind.

Die Schweiz hat die Zeichen der Zeit erkannt. Sie globalisiert ihre Wirtschaft, der Kanton Zug ist dafür das beste Beispiel, reduziert die Gestaltungsmacht der Politiker und Parteien, optimiert die beiden Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne und schafft eine globale Mischbevölkerung von einem jederzeit kontrollierbaren Bildungsstand, die allen Anforderungen Silicon Valleys und der inneren Sicherheit Genüge leistet.

Während bei uns der Lehrplan 21 mit Druck und Propaganda, auch auf dem Unwissen vieler Eltern beruhend, durchgesetzt wurde, sind im benachbarten Baden-Württemberg die Bildungspläne, die zu stark auf Kompetenzen und weniger auf Lernen abstellten, bereits wieder abgeschafft worden. Gerade in Schulen, wo die Kinder aus vielen Nationen kommen, führte dies nicht zum Erfolg.

Was in der staatlichen Schweizer Bildung vorgeht, ist ein Skandal. Die Anpassung der jungen Menschen an die kalifornische IT-Welt hat einen Output an Schülern und Studenten zur Folge, deren Wissensstand laufend sinkt, deren Fähigkeit, sich mündlich oder schriftlich auszudrücken, enorm abgenommen hat und deren generelle Bildung von Jahrgang zu Jahrgang abnimmt.

Daraus ergibt sich: Wer die Gleichheit der Vielen will, zerstört die Freiheit der Wenigen. Die Schule kann nicht zum Reparaturbetrieb der Gesellschaft werden. Vielmehr müssen die leistungswilligen Schüler gefördert werden, damit deren Eltern sie nicht aus dem öffentlichen Schulsystem in das private überführen. Unser kantonaler Bildungsföderalismus macht nur Sinn, wenn man sich dieser Herausforderung bewusst ist. Sonst verschwenden wir Milliarden und die Zukunft unserer Kinder.

*Klaus J. Stöhlker ist Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung, in Zollikon/ZH.

 

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