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31.03.2026

Manuela Gschwend: «Eine gute Lektion steht und fällt damit, wie durchdacht die Aufgaben sind.»

31.03.2026
Praktikumsgeschichte von Studierenden der PH Zug
Portrait Manuela Gschwend
Bild Legende:

Manuela, du absolvierst zurzeit das Berufspraktikum. Es ist das letzte und längste Praxisgefäss im Bachelorstudium zur Lehrperson. Was ist darüber hinaus speziell an diesem Praktikum?
Im Berufspraktikum fällt das Sicherheitsnetz durch die Praxislehrperson weg. Ich unterrichte allein, organisiere mich selbst und trage die volle Verantwortung. Dabei bin ich gefordert, spontan und eigenständig Lösungen zu finden. Der Höhepunkt ist die Diplomlektion. Anders als bisher handelt es sich dabei um eine umfassende Prüfung durch Fachpersonen. Ich sehe darin eine Chance, das Wissen der letzten Jahre zu bündeln und unter Beweis zu stellen. Es tut gut, dass dieser intensive Einsatz nun gewürdigt wird.

Welche Stufe und welche Fächer unterrichtest du? Hast du spezielle Aktivitäten für den Unterricht geplant?
In meiner 6. Klasse unterrichte ich alle Fächer ausser Sport und Französisch. Bereits im letzten Herbst habe ich damit begonnen, Unterrichtseinheiten zu entwickeln, die ich nun in der Unterrichtspraxis testen und dazu wertvolles Feedback einholen kann. Im Deutschunterricht wurde das Klassenzimmer zu einem Krimi-Tatort, in dem die Schülerinnen und Schüler Codes entschlüsselten, um den Täter zu finden. Das Motiv für die Tat blieb offen und konnte in Gruppen selbst erfunden werden. Die Begeisterung aus diesem Rollenspiel nehmen wir nun direkt mit in das Schreiben ihrer eigenen Krimis. Auch in den anderen Fachbereichen setzte ich auf viel Aktivierung: Im Bildnerischen Gestalten entstehen eigene Comics, in Musik produzieren wir ein Lip-Sync-Video und im Technischen und Textilen Gestalten bauen wir Gummimotoren aus Recyclingmaterialien.

Welche Aufgaben übernimmst du im Berufspraktikum neben dem eigentlichen Unterrichten?
Mein Verantwortungsbereich endet nicht an der Schulzimmertür. Ich übernehme die Elternkommunikation, organisiere Material für unsere Projekte, mache Pausenaufsichten und nehme an Teamsitzungen teil. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung der Übertrittsgespräche an die Oberstufe. Der konstruktive Austausch mit dem Kollegium ist für mich sehr wertvoll. Dieses Netzwerk ist essenziell, um den Betrieb hinter dem eigentlichen Unterricht erfolgreich mitzugestalten.

Manuela Gschwend im Klassenzimmer
Bild Legende:

Welche Fähigkeit(en) als Lehrperson, egal ob fachlich, didaktisch oder im Umgang mit der Klasse, konntest du in diesem Praktikum nochmals besonders festigen?
In den letzten Wochen bin ich insbesondere im Beziehungsaufbau und der klaren Kommunikation gewachsen. Eine gute Lektion steht und fällt damit, wie durchdacht die Aufgaben sind. Ich habe gelernt, Lernziele konkret und verständlich zu formulieren. Besonders spannend finde ich das fächerübergreifende Arbeiten. Wenn Inhalte verknüpft werden ergibt der Unterricht für die Kinder mehr Sinn.

Wenn du deinem «Erstsemester-Ich» heute im Praktikum begegnen würdest, welchen Rat würdest du dir selbst mitgeben?
«Trau dich, deine Ideen umzusetzen, und hab Vertrauen in dich selbst. Auch wenn nicht alles sofort gelingt, genau daraus lernst du.» Am Anfang des Studiums macht man sich oft Sorgen. Heute weiss ich: Planung ist wichtig, aber die Beziehung zu den Kindern ist das Wichtigste. Man darf auch mal Fehler machen, entscheidend ist eine positive Fehlerkultur. Wenn man mit echter Begeisterung dabei ist, springt der Funke über. Es hilft, locker zu bleiben, auf sein Bauchgefühl zu hören und die Momente zu geniessen, in denen die Klasse mit leuchtenden Augen vor einem sitzt.

Und zuletzt: Dein Studienabschluss rückt näher. Fühlst du dich gut vorbereitet für den Berufseinstieg? Und weisst du bereits, wie es nach dem Studium weitergeht?
Ich fühle mich eigentlich gut vorbereitet, weiss aber, dass die Praxis neue Herausforderungen mit sich bringt. Besonders die langfristige Verantwortung für eine Klasse kann ich noch nicht gut einschätzen. Ich starte bewusst mit Stellvertretungen, um verschiedene Schulen und Konzepte kennenzulernen. Wenn es irgendwo passt, kann ich mir gut vorstellen, zu bleiben und eine eigene Klasse zu übernehmen. Zudem interessiert mich die individuelle Förderung sehr. Ich gebe seit zwei Jahren Nachhilfe und kann mich dabei vollkommen auf ein einzelnes Kind konzentrieren. Eine spätere Spezialisierung in Richtung Schulische Heilpädagogik ist durchaus möglich. Momentan gehe ich bewusst flexibel und Schritt für Schritt meinen Weg, und das stimmt für mich so.

Mit der Serie «Praktikumsgeschichten» gewährt die PH Zug Einblicke in den Schulalltag ihrer Studierenden. Der nächste Beitrag folgt im Herbst 2026.

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