Deutschkompetenzen nehmen ab
Fachgruppenberichte Deutsch, NMG und WAH
Die Fachgruppen geben in ihren jährlichen Berichten Einblick in ihre Arbeit. Aus der Zuger Schulpraxis und für die Zuger Schulpraxis. Für die Fachgruppe Deutsch schreibt Kerstin Wirz-Burkard, Verena Blum für die Fachgruppe Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) und Yves Steinmann für den Bereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH).
Deutschkompetenzen nehmen ab
In den letzten Jahren wurde in den Medien immer wieder darüber berichtet, dass die Deutschkompetenzen in der Schülerschaft abgenommen haben.[1] Auch in der Fachgruppe Deutsch wurde dies im laufenden Schuljahr an unseren Sitzungen mehrmals thematisiert. Doch ist dies wirklich so? Eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass die Antwort komplexer ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Von Kerstin Wirz-Burkhard, Leiterin Fachgruppe Deutsch
Es gilt zu berücksichtigen, dass Sprache vielfältig und auch vielschichtig ist. Es gibt verschiedene Bereiche der Sprache, in welche sie gegliedert werden kann oder worauf fokussiert werden kann, beispielsweise Lesen, Schreiben, Orthographie, Grammatik, Wortschatz und weitere. Im Lehrplan sind für die Volksschule des Kantons Zug sechs Sprachbereiche aufgeführt. Dies sind «Hören», «Lesen», «Sprechen», «Schreiben», «Sprache(n) im Fokus» und «Literatur im Fokus».[2]
Mit Leistungserhebungen wurden in den letzten Jahren immer wieder die Deutschkompetenzen überprüft. Dabei wurden in den unterschiedlichen Leistungserhebungen auch verschiedene Teilbereiche der deutschen Sprache in unterschiedlichem Ausmass gewichtet und geprüft. Während in einzelnen Teilbereichen stabile Leistungen beobachtet werden konnten,[3] zeigten sich in anderen Teilbereichen klare Rückgänge.[4] Zu beachten ist dabei, dass Testsituationen stark variierten. Ob es sich um einen Stellwerktest, die international angelegte PISA-Studie oder um spezifische kantonale Prüfungen handelt – jeweils unterschieden sich Rahmenbedingungen, Testformate und Teilnehmendengruppen.[5] Ein direkter Vergleich der Resultate ist daher nur eingeschränkt möglich.
Eine häufig geäusserte Annahme für die Situation in der Schweiz lautete, dass insbesondere die Schülerschaft betroffen sei, die zu Hause nicht die deutsche Sprache spreche. Die vorliegenden Ergebnisse widerlegen diese Vermutung jedoch. Auch Lernende mit deutscher Muttersprache zeigen einen Leistungsabfall im Bereich der Deutschkompetenzen. Man könnte aus heutiger Sicht auch einen Corona-Effekt vermuten, welcher in Korrelation mit den gemessenen schlechter werdenden Testergebnissen zu den Sprachkompetenzen bestehen könnte. Interessanterweise lässt sich jedoch laut Studien nur ein minimaler Effekt der Corona-Pandemie auf die Deutschkompetenzen feststellen.
Was die Auswertungen von Testergebnissen hingegen deutlich zeigen, ist, dass insbesondere sozial benachteiligte Gruppen tendenziell unterdurchschnittliche Sprachkompetenzen aufwiesen.
Sozialbenachteiligte Schülerinnen und Schüler lieferten schlechtere Testergebnisse als sozial nicht benachteiligte Schülerinnen und Schüler.[6]
Neben den sozialen Faktoren können auch Veränderungen im Mediennutzungsverhalten als Ursache aufgeführt werden. Die zunehmende Smartphonenutzung der Kinder und Jugendlichen hat ebenfalls einen Einfluss. Einerseits hat sich der Sprachgebrauch durch die digitale Kommunikation verändert - Sprache wird am Smartphone meist dialogisch genutzt, während schulische Schreibanlässe überwiegend monologisch sind, beispielsweise beim Verfassen von Aufsätzen. Andererseits hat sich der Sprachgebrauch insgesamt vom Mündlichen stärker ins Schriftliche verlagert – vieles, was früher gesprochen wurde, wird heute geschrieben.[7] Von dem sich veränderten Sprachgebrauch abgesehen steht jedoch fest, dass sich eine unreflektierte und intensive Smartphonenutzung im Kindes- und Jugendalter negativ auf die Hirn- und Sprachentwicklung auswirken kann.[8] Die Sprachentwicklung wird negativ beeinflusst, was sich somit auf die Sprachkompetenzen auswirken kann.
Auch aus unserem Praxisalltag lassen sich Beobachtungen ableiten, welche in eine ähnliche Richtung gehen. Wir, die Fachgruppe Deutsch im Kanton Zug, bestehend aus langjährigen Lehrpersonen aller Schulstufen vom Zyklus 1 bis zum Gymnasium, nehmen einen Rückgang der Deutschkompetenzen im Unterrichtsalltag wahr. Das Ausmass und die Ausprägung dieser Entwicklung wird von uns jedoch unterschiedlich eingeschätzt, und es ist zu betonen, dass es sich hierbei um subjektive Wahrnehmungen handelt, die nicht auf validierten Tests beruhen. Auch kann uns diese Einschätzung zur Selbstkritik mahnen. Denn die Aussage «Früher war alles besser» und «die Jugend befinde sich auf absteigendem Pfad» ist keineswegs neu – bereits Sokrates formulierte ähnliche Gedanken über die Jugend seiner Zeit.[9] Und dennoch decken sich die Eindrücke aus unserer Praxis in Teilen mit den wissenschaftlichen Befunden, auch wenn diese unterschiedliche Aspekte der Sprache beleuchten.
Was lässt sich für uns nun daraus ableiten?
Für Lehrpersonen, Eltern und das Umfeld der Lernenden ergeben sich mehrere zentrale Handlungsfelder. Die deutsche Sprache sollte bewusst gepflegt und als wertvolles Gut vermittelt werden. Die Freude an der Sprache und insbesondere auch die Motivation zum Lesen spielen dabei eine entscheidende Rolle. In der Schule gilt es zudem, die deutsche Sprache nicht nur im Deutschunterricht, sondern in allen Fächern gezielt zu fördern und auf eine korrekte Anwendung zu achten. Diesen Aspekt haben wir im letztjährigen Schulinfobeitrag der Fachgruppe Deutsch bereits angesprochen. Weiter sehr wichtig ist, dass ein reflektierter Umgang mit digitalen Medien unerlässlich ist. Erwachsene sollten einen bewussten Umgang mit dem Smartphone vorleben und klare Grenzen für Kinder und Jugendliche aufzeigen. Dies wirkt sich nicht nur auf die Sprachkompetenz, sondern allgemein auf die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus.
Es zeigt sich insgesamt, dass sich die deutsche Sprache im Wandel befindet, doch einfache Erklärungen für den Rückgang der gemessenen Testergebnissen bei den Deutschkompetenzen greifen zu kurz. Gefordert sind ein differenzierter Blick und ein gemeinsames Engagement aller Beteiligten für die Förderung der sprachlichen Bildung.
Quellen
[1] Vgl. Zihlmann Oliver / Cornehls Svenson, «Niveau im Sinkflug»: Schulkinder haben immer mehr Mühe mit Deutsch, in: Tagesanzeiger, 16.08.2025, https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz-schulkinder-koennen-immer-schlechter-deutsch-340303035489, besucht am 16.02.2026; sowie Vgl. Aregger Alexandra / Brupbacher Marc, Jeder vierte Schweizer Jugendliche kann schlecht lesen, in: Tagesanzeiger, 5.12.2023, https://www.tagesanzeiger.ch/pisa-studie-jeder-vierte-schweizer-jugendliche-kann-schlecht-lesen-577085954895, besucht am 17.03.2026; sowie Vgl. Vögele Adrian, Wenn es klemmt beim Lesen und Rechnen, in: St. Galler Tagblatt, 22.2.2025, https://www.phsg.ch/sites/default/files/download/2025/250222_Tagblatt_Wenn%20es%20klemmt%20beim%20Lesen%20und%20Rechnen.pdf, besucht am 16.03.2026
[2] Vgl. Direktion für Bildung und Kultur Kanton Zug (Hg.), Lehrplan 21. Sprachen. Deutsch, https://zg.lehrplan.ch/index.php?code=b|1|11, besucht am 19.03.2026.
[3] Vgl. Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) (Hg.), Medienmitteilung. Die Resultate der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen ÜGK 2023 liegen vor, 22.5.2025, https://www.edk.ch/de/die-edk/news/mm22052025, besucht am 19.03.2026.
[4] Vgl. Delavy François et al., Soziale Herkunft und Lesekompetenzen – aktuelle Trends, in: Interfaculty Centre for Educational Research (ICER) Research Briefs | #01, 29.05.2024, https://boris-portal.unibe.ch/server/api/core/bitstreams/38b01bc0-fddc-407a-8593-1382982c9190/content, besucht am 19.03.2026.
[5] Vgl. Departement Bildung, Kultur und Sport Abteilung Volksschule des Kantons Aargau (Hg.), Checks, https://www.ag.ch/de/themen/bildung-forschung/volksschule/regelschule/beurteilung-uebertritte/leistungstests/checks, besucht am 19.03.2026; sowie Vgl. Institute Berufsbildung und Pädagogische Psychologie der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) (Hg.), Mangelhafte Deutsch- und Mathematikkompetenzen am Ende der Volksschulzeit?, 31.12.2023, https://www.phsg.ch/de/forschung-entwicklung/projekte/mangelhafte-deutsch-und-mathematikkompetenzen-am-ende-der-volksschulzeit, besucht am 19.03.2026; sowie Vgl. Zihlmann Oliver / Cornehls Svenson, «Niveau im Sinkflug»: Schulkinder haben immer mehr Mühe mit Deutsch, in: Tagesanzeiger, 16.08.2025, https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz-schulkinder-koennen-immer-schlechter-deutsch-340303035489, besucht am 18.02.2026
[6] Vgl. Zihlmann Oliver / Cornehls Svenson, «Niveau im Sinkflug»: Schulkinder haben immer mehr Mühe mit Deutsch, in: Tagesanzeiger, 16.08.2025, https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz-schulkinder-koennen-immer-schlechter-deutsch-340303035489, besucht am 18.02.2026; sowie Vgl. Aregger Alexandra / Brupbacher Marc, Jeder vierte Schweizer Jugendliche kann schlecht lesen, in: Tagesanzeiger, 5.12.2023, https://www.tagesanzeiger.ch/pisa-studie-jeder-vierte-schweizer-jugendliche-kann-schlecht-lesen-577085954895, besucht am 18.03.2026.
[7] Vgl. Grehl Heidi, Sprachwandel durch Mediennutzung: Die neue Schriftlichkeit, in: Klett-Themendienst, Nr. 73, 11.2016, https://ernst-klett-verlag.de/themendienst/sprachwandel-durch-mediennutzung-die-neue-schriftlichkeit/, besucht am 22.03.2026.
[8] Vgl. Honegger Rachel, Was sagt die «Hirnflüsterin» zum Handyverbot?, in: Frutigländer, Nr. 64, 2.09.2025, https://studertalk.ch/wp-content/uploads/2025/09/Smartphone-in-Kinderhanden_Barbara-Studer.pdf, besucht am 23.03.2026.
[9] Vgl. Peters Christina, Warum die „Jugend von heute“ immer die schlechteste ist, in: Welt, 03.07.2018, https://www.welt.de/wissenschaft/article178647276/Soziologie-Warum-die-Jugend-von-heute-immer-die-schlechteste-ist.html, besucht am 23.02.2026.
Mit der Welt in Beziehung: Warum NMG mehr ist als Faktenwissen
Wie und wann haben Sie etwas gelernt, das Ihnen nachhaltig in Erinnerung geblieben ist? Wann hat es im Unterricht geknistert und alle waren vollkommen bei der Sache? Was ist die Rolle der Lehrperson, damit der Unterricht ankommt und berührt? Vor dem Hintergrund der Resonanztheorie nach Hartmut Rosa hat sich die Fachgruppe NMG mit diesen Fragen auseinandergesetzt.
Von Verena Blum, Leiterin Fachgruppe NMG*
Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt Resonanz als eine gelingende Beziehung zwischen Mensch und Welt. Sie entsteht, wenn wir etwas wirklich berührend erleben, uns darauf einlassen und sich im Kontakt mit der Welt eine wechselseitige Verbindung bildet. Resonanz entsteht aus vier grundlegenden Bausteinen:
- Erreichbarkeit / Ansprechbarkeit: Etwas spricht mich an (z. B. ein Naturphänomen, ein Thema, eine Frage).
- Antwort / Erwiderung: Ich reagiere aktiv darauf – emotional, körperlich oder gedanklich.
- Transformation: Das Erlebnis verändert mich ein Stück weit (z. B. neues Verständnis, neue Haltung).
- Unverfügbarkeit: Resonanz lässt sich nicht erzwingen – sie passiert, wenn die Bedingungen stimmen.
Menschen brauchen Resonanzbeziehungen, um sich verbunden, lebendig und kompetent zu fühlen. Das Fach Natur, Mensch und Gesellschaft lebt davon, dass Kinder sich aktiv mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen. Genau hier setzt Rosas Theorie an. Der Unterricht sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern Berührungspunkte schaffen, die die Kinder
- neugierig machen,
- ins Handeln bringen,
- erfahrungsorientiert lernen lassen,
- und mit ihrer Umwelt in Beziehung setzen.
Dadurch entsteht im besten Fall Resonanz – und damit echtes Verstehen statt reinem Faktenlernen. Konkret zeigt sich dies im NMG-Unterricht
a) In der Auseinandersetzung mit der Natur
Beispiele:
- Kinder beobachten einen Regenwurm oder ein Vogelnest und sind fasziniert.
- Sie erleben Jahreszeiten unmittelbar im Wald.
- Ein Experiment (z. B. Magnetismus, Wasser, Luft) löst Staunen aus.
→ Resonanz entsteht, wenn das Kind merkt: „Die Natur spricht zu mir, und ich habe etwas damit zu tun.“
b) In der Begegnung mit gesellschaftlichen Themen
Beispiele:
- Kinder beschäftigen sich mit einem Beruf aus ihrer Familie.
- Sie lernen etwas über Menschen aus anderen Kulturen und stellen eigene Fragen.
- Sie entdecken historische Spuren in der eigenen Gemeinde.
→ Resonanz bedeutet: Ich erkenne: „Das hat etwas mit meinem Leben zu tun.“
c) Im sozial-emotionalen Lernen
NMG enthält auch die Förderung überfachlicher Kompetenzen, z. B. das Lernen über sich selbst, Gefühle, Beziehungen und Zusammenleben.
→ Resonanz ist hier zentral:
- Kinder erfahren Wertschätzung und werden ernst genommen.
- Sie erleben, dass ihre eigene Perspektive zählt.
- Sie spüren Selbstwirksamkeit, z. B. bei einem Projekt, das sie mitgestalten.
Für den konkreten Unterricht bedeutet dies, dass die Lehrperson Resonanz fördert, indem sie
1) Anschlussfähigkeit schafft: Themen auf das Leben der Kinder beziehen (Wohnort, Familie, Naturerfahrungen).
2) Vielfältige Zugänge bietet: Exploratives/handelndes Lernen, Experimente, Exkursionen (ausserschulische Lernorte), Geschichten und historische Quellen, Beobachten – Forschen - Sammeln, Rollenspiele, …
3) Beziehungen stärkt: Ein resonanter Unterricht ist immer auch ein Unterricht, in dem Kinder sich gesehen und gehört fühlen.
4) Staunen ermöglicht: Statt nur Arbeitsblätter → echte Phänomene, konkrete Gegenstände, offene Fragen.
5) Unverfügbarkeit zulässt: Nicht alles kontrollieren wollen, sondern offene Lernmomente ermöglichen.
Ein resonanzorientierter Unterricht zum Thema „Bäume“ könnte zum Beispiel so aussehen:
- Erreichbarkeit / Ansprechbarkeit: Die Klasse geht in den Wald. Ein Kind entdeckt eine Baumwurzel, ein anderes bemerkt einen Specht.
- Antwort /Erwiderung: Die Kinder forschen weiter, stellen Fragen, sammeln Materialien, zeichnen oder messen Bäume.
- Transformation: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln eine Beziehung (Dieser Baum ist mein Lieblingsbaum. Ich wusste nicht, dass ein Baum so alt werden kann).
- Unverfügbarkeit: Die lebendige Erfahrung lässt sich nicht exakt planen – aber die Rahmenbedingungen ermöglichen sie.
Zusammengefasst hilft Rosas Resonanztheorie zu verstehen, wie Lernen lebendig wird: Wenn Kinder sich angesprochen fühlen, aktiv reagieren und sich durch Erfahrungen verändern, entsteht echtes Lernen. Im Fach NMG ist Resonanz besonders zentral, weil die Lerninhalte direkt mit der Lebenswelt der Kinder, der Natur und der Gesellschaft verbunden sind.
Quellen
Campana, S., Forrer Kasteel, E. & Jacober, B. (Hrsg.) (2025). Die Kunst der Resonanz. Feuer und Flamme für guten Unterricht. Bern: hep Verlag.
Rosa, H., & Endres, W. (2016). Resonanzpädagogik. Wenn es im Klassenzimmer knistert. Weinheim: Beltz.
Rosa, H. (2019). Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp Verlag.
Hinweise zu (neuen) Lehrmitteln:
„Spurensuche ins Mittelalter“ (Zyklus 2): Dieses Lehrmittel dient als Quellenmaterial zur forschenden Spurensuche des regionalen Spätmittelalters. Es kann ergänzend zum obligatorischen Lehrmittel WeitBlick eingesetzt werden und bietet einen Mehrwert für den Geschichtsunterricht. «Das Lehrmittel ermöglicht den Lernenden eine forschende Spurensuche in die Welt des Spätmittelalters. Die Erkundungsbox enthält 64 A6-Karten, die zur spannenden Auseinandersetzung mit Bild-, Text- und Objekt-Quellen aus der regionalen Vergangenheit animieren. Die verschiedenen Quellen bieten individuellen und kooperativen Zugang zur fraglichen Epoche. Im Sinn einer aktuellen Fachdidaktik finden sich auf der Rückseite der Karten kurze Erklärungen sowie konkrete Aufträge; diese stellen zahlreiche Bezüge über NMG hinaus zu anderen Fächern her. Die Materialien für die Lehrperson bieten sowohl historische Hintergrundinformationen, methodische Hinweise als auch konkrete Bezüge zum Lehrplan 21. Ausserdem werden den Lehrpersonen unterstützende Arbeitstechniken für das Kartenset in die Hand gegeben. Gefragt ist das Herantasten an Unbekanntes oder sich in einen Sachverhalt vertiefen. Ein möglicher Gang im Unterricht kann von den sich stellenden Fragen der Lernenden bezüglich der unterschiedlichen Quellen ausgehen: Fragen werden gesammelt, Folgerungen werden gesucht, Eindrücke festgehalten, Erfahrungen in Beziehung gebracht. Darüber hinaus animieren bestimmte Aufträge zur Spurensuche in der eigenen Schul- oder Nachbargemeinde.» Ein Service des zkm-Verlags: Unentgeltliche Lehrmittel-Einführung als Support in Ihrem Schulteam oder direkt in einer Klasse. Terminanfragen über den Autor donatus.stemmle@icloud.com (Text aus den „Informationen zum Lehrmittelverzeichnis Schuljahr 2026/2027“)
Erinnerung: Ab Schuljahr 2026/2027 ist „WeitBlick NMG 1. Zyklus“ in Ergänzung zu „NaTech 1/2" obligatorisches Lehrmittel für die Unterstufe. Im nächsten Schuljahr sind dazu nach wie vor Einführungen in Form von Fachberatungen oder SCHILW buchbar Lehrmitteleinführung — Pädagogische Hochschule Zug.
Neu stehen ab Schuljahr 2026/2027 auch Fachberatungen und SCHILW-Angebote für die Lehrmittel „Dossier WeitBlick NMG“ zur Verfügung. Sie sind ebenfalls buchbar über die WDB der PH Zug (Kontaktformular Dienstleistungen — Pädagogische Hochschule Zug).
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*In eigener Sache An dieser Stelle verabschiede ich mich als Leiterin der Fachgruppe NMG und trete nach 44 Jahren Unterrichtstätigkeit in den Ruhestand. Acht Jahre durfte ich die Fachgruppe führen, den Austausch in kantonalen und ausserkantonalen Gremien pflegen, NMG‑Lehrmittel evaluieren, Anträge verfassen und die Einführung des Lehrplans 21 mitgestalten – eine Zeit, die zugleich herausfordernd und bereichernd war. Ich durfte vielen Lehrpersonen sowie zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der Zuger Schullandschaft begegnen und danke allen herzlich, die meine Arbeit unterstützt und geprägt haben. Mein besonderer Dank gilt der Fachgruppe NMG und den Leitungen der Abteilung Schulentwicklung. Ich wünsche den Schulen des Kantons Zug weiterhin viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität – im Sinne eines Lernens, das die Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt stellt. Danke für all die Begegnungen, Gespräche und gemeinsamen Wege, die mich bereichert und begleitet haben – jede einzelne davon behalte ich in dankbarer Erinnerung. Herzliche Grüsse Verena Blum |
Austausch- und Informationsplattform WAH
Die WAH-Teams-Plattform bietet Lehrpersonen weiterhin eine wertvolle Sammlung an Unterrichtsmaterialien, Fachinformationen und aktuellen Hinweisen rund um den WAH-Unterricht. Gleichzeitig dient sie als digitale Austauschplattform für WAH-Lehrpersonen verschiedener Gemeinden.
Von Yves Steinmann**, Fachbereich Wirtschaft, Arbeit, Haushalt
Regelmässig werden auf der Plattform neue Inhalte veröffentlicht, darunter Hinweise zu neuen Lehrmitteln, Weiterbildungsmöglichkeiten sowie aktuelle Trends und Entwicklungen im Fachbereich. Zudem haben Lehrpersonen die Möglichkeit, Fragen zum WAH-Unterricht von der 1. bis zur 3. Oberstufe zu stellen und Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.
Lehrpersonen, die noch nicht Teil der Teams-Gruppe sind und von den Materialien und Diskussionen profitieren möchten, können sich bei yves.steinmann@schulen-huenenberg.ch melden, um der Gruppe hinzugefügt zu werden. Ziel der Plattform ist es, dass möglichst viele Mitglieder aktiv Beiträge teilen, Unterrichtsmaterialien hochladen und so zur Weiterentwicklung des Fachbereichs beitragen.
Austausch der kantonalen WAH-Vertretungen
In diesem Jahr fand das Treffen der Fachkommission WAH in Uri statt. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kantone nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Fachbereich auszutauschen.
Im Zentrum der Gespräche standen insbesondere folgende Themen:
- Finanzielle Regelungen im Kochunterricht: Diskussion über unterschiedliche Modelle der Kostenbeteiligung von Eltern bzw. Gemeinden für Lebensmittel und Materialien im WAH-Unterricht.
- Strukturierung des Unterrichts: Austausch über unterschiedliche Organisationsformen des WAH-Unterrichts sowie über Möglichkeiten, Kompetenzen des Lehrplans 21 praxisnah umzusetzen.
- Bedingungen vor Ort: Besprechung der Ausstattung und Infrastruktur von Schulküchen sowie deren Einfluss auf Unterrichtsorganisation und Sicherheit.
- Heterogenität der Schülerinnen und Schüler: Erfahrungsaustausch zum Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Sprachkenntnissen und Unterstützungsbedürfnissen im WAH-Unterricht.
- Rechtliche Grundlagen: Klärung kantonaler Unterschiede bezüglich Organisation, Finanzierung und Verantwortung im Fachbereich WAH.
Neues Lehrmittel: «Der kleine Tiptopf»
Aus dem bekannten «Tiptopf»-Universum ist kürzlich ein neues Kochbuch erschienen: «Der kleine Tiptopf». Das Lehrmittel richtet sich an Kinder ab etwa vier Jahren und führt sie spielerisch und schrittweise in die Welt des Kochens ein.
Dank klarer Bildsprache, einfachen Rezepten und kindgerechter Gestaltung eignet sich das Buch auch gut für Schülerinnen und Schüler mit geringeren Sprachkenntnissen oder erhöhtem Unterstützungsbedarf. Es kann daher auch im schulischen Kontext oder zur Förderung von Selbstständigkeit im Alltag genutzt werden.
Weitere Informationen: https://derkleinetiptopf.ch/
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**Ausblick und personelle Veränderung Nach mehreren Jahren als WAH-Vertretung des Kantons Zug werde ich mein Amt per Ende des laufenden Schuljahres abgeben. Die Tätigkeit bot viele spannende Einblicke in die Entwicklung des Fachbereichs, wertvolle Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kantonen sowie zahlreiche fachliche Diskussionen. Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, den offenen Austausch und das gemeinsame Engagement für einen praxisnahen und zeitgemässen WAH-Unterricht. WAH-Vertretung Kanton Zug Yves Steinmann |